Mountainbiker – Unerwünschte Gäste im Wald?!

5.09.2010 | Autor: h4wk | Tags: , ,

Der Wald ist für alle da. So war zu mindest lange Zeit meine Auffassung. Nicht so in Baden Württemberg. Hier werden Mountainbiker quasi per Gesetz aus dem Wald ausgesperrt. Denn laut §37 des Landeswaldgesetz in Baden Württemberg ist das Radfahren im Wald nur auf Wegen erlaubt, die breiter als 2 Meter sind. Und ganz ehrlich: wer fährt schon ausschließlich auf breiten Forstwegen Mountainbike?

Trotz dieses Gesetztes habe ich bis jetzt im Wald nur selten schlechten Erfahrungen gemacht. Die meisten Leute schauen interessiert und gehen nett auf die Seite, wenn man nicht gerade mit 35 km/h angedonnert kommt. Bestes Beispiel ist hier ein chinesisches Ehepaar, dass mir einmal entgegen kam und mir schon von weitem entgegen rief: “Fahren sie ruhig vorbei – wir bewundern Ihre Sportart und Fahrweise!” (Hier sei auch noch einmal an die Regeln des DIMB erinnert) Trotz vorsichtiger & rücksichtsvoller Fahrweise gibt es leider aber immer wieder Wanderer (meist Touristen), die sich im Wald als Hilfssheriff aufspielen müssen, auch wenn sie durch die MTBler in keinster Weise gestört wurden. So zum Beispiel erlebt vor zwei Wochen am Feldberg: Auf einem ca. 1,5m breiten Weg kommt mir älteres Ehepaar mit Hund entgegen. Da der Weg in der Passage sowieso unfahrbar war, stelle ich mich auf die Seite um das Ehepaar passieren zu lassen. Trotzdem muss ich mir von dem älteren Herrn anhören, was ich mir eigentlich erlauben würde, hier im Naturschutzgebiet mit dem Fahrrad zu fahren. Hunderte Wanderre hatten an diesem Tag kein Problem mit meiner Tour und mit einigen kam ich sogar ganz freundlich ins Gespräch, aber solche Leute können einem echt den ganzen Tag vermiesen… besonderes interessant fand ich übrigens, dass der Hundes des Herrn nicht angeleint war, was im Naturschutzgebiet bekanntlicherweise ja ebenfalls untersagt ist. Einen Kommentar zu diesem Thema konnte ich mir (glücklicherweise) verkneifen, den das hätte bestimmt eine unschöne Diskussion gegeben.

Unschöne Kommentar von nörgelnden Touri’s lassen sich mit nach einiger Zeit (auch Dank mp3-Player) ganz gut ignorieren, doch was ich dann an diesem Wochenende auf einem Singletrail zum Schauinsland gesehen habe, hat mir alle Haare zu Berge gestellt. Hier hatten Wanderer einen Singletrail präpariert. An vier Stellen wurden auf kniehöhe dicke Baumstämme über den Weg gelegt. Damit wurde die Gesundheit aller Mountainbiker billigend in Kauf genommen, denn auch bei mäßiger Geschwindigkeit wäre ein Bremsen unmöglich gewesen. Die Folgen kann sich jeder ausmalen. Ich war zum Glück bergauf unterwegs, hatte somit keine Probleme und habe die Baumstämme in die Weiten des Waldes entsorgt. Ich weiß nicht was passierend würde, wenn ich hier einen Wanderer auf frischer Tat ertappen würde…

Mal schauen, wie lange es sich die Tourismusregion Schwarzwald noch erlauben kann, Mountainbiker kategorisch aus dem Wald auszusperren (zu mindest rein rechtlich), denn meist treffe ich auf meinen Touren auf Wanderwegen deutlich mehr Mountainbiker als Wanderer – trotz 2-Meter-Regelung. Ein absolutes Negativbeispiel stell hier wohl die Burg Ravensberg in Burgholzhausen dar.

Passend zu dem ganzen Thema möchte ich auch noch auf die Initiative des DIMB hinweisen:

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  1. September 6th, 2010 at 11:15

    Toller Beitrag, den werde ich mal verlinken…