Ein Schandfleck für die deutsche Politik
Wieder einmal haben es die Politiker geschafft, ein eSport Event musste auf Drängen des CDU Stadtverband Karlsruhe-Stadt abgesagt werden und die auch noch stolz darauf. Dabei ging es um kein geringeres Event als die ESL Pro Series. Der Clou: auch eine Veranstaltung für Eltern, denen das Thema Computerspiele näher gebracht werden sollte, fällt deshalb ins Wasser (Das zeigt natürlich auch, wie gewillt die Politik ist, sich mit diesem Thema sinnvoll auseinanderzusetzen...). So etwas zeugt von nichts andrem als Arroganz und Inkompetenz und ist für mich nicht verständlich. Übrigens: bereits im März wurde Turtle Entertainment untersagt, die Intel Friday Nigth Game in Stuttgart zu veranstalten.
Hier einmal im Detail das Statement der CDU Karlsruhe:
CDU-Fraktion und der CDU-Kreisverband Karlsruhe-Stadt haben die Absage der IFNG begrüßt. “Wir freuen uns, dass dieses von uns geforderte Ergebnis in Gesprächen zwischen Stadtverwaltung und Veranstalter doch noch erreicht werden konnte”, sagte Fraktionsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz. Die Absage sei allein auf die Initiative der CDU und deren klare und eindeutige Haltung zurückzuführen. Luczak-Schwarz ist der Auffassung, dass Aufklärung dringend geboten sei, weshalb die CDU eine öffentliche Diskussion und objektive Information nach wie vor begrüßt. “Zudem wird sich die CDU weiter dafür einsetzen, dass die rechtlichen Grundlagen für ein Verbot von Killerspielen und Veranstaltungen, bei denen solche Spiele angeboten werden, geschaffen werden”, so die Fraktionsvorsitzende. “Eine Veranstaltung, bei der ‘Killerspiele’ den Schwerpunkt bilden, hat in einer städtischen Halle nichts zu suchen”, erklärte der CDU-Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther. “Solche Spiele sind mit dem Werteverständnis der CDU nicht vereinbar. Die Absage ist deshalb die einzig mögliche und richtige Konsequenz.” Vor dem Hintergrund der Amoktat in Winnenden sei seiner Meinung nach eine andere Entscheidung kaum zu verantworten gewesen.
Bei Netzpolitik.org findet man noch einen schönen Kommentar:
Aber die Entscheidung passt auch zur aktuellen Debatte rund um das Waffengesetz: Großkaliber bleiben legal, Schuld ist alles anderes, was nicht töten kann.
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