Stromsparender Homeserver auf AMD Basis ohne RAID
In zahlreichen Foren liest man inzwischen Threads, in denen Konfigurationen für Homeserver gesucht werden. Oft kann man jedem die gleichen Empfehlungen geben, da die Anforderungen ähnlich sind (zentraler Ablageplatz für Daten, stromsparend, …). Deshalb hier ein Hardwarevorschlag von mir, für einen Homeserver auf AMD Basis.
Mainboard:
Allgemein kann man hier die Chipsätze 630a und 780G von AMD empfehlen, da diese zu den Stromsparensten überhaupt zählen. Wichtig ist vor allem, dass die Grafikeinheit onboard ist, denn so spart man nicht nur Stromkosten sondern auch die Kosten für die Anschaffung einer zusätzlichen Grafikkarte. Konkret kann ich folgende Mainboards empfehlen:
- N68-Serie
von AsRock (läuft in meinem Server sehr stabil und hat einen exzellenten Stromverbrauch) ~ 40 €
- A780-Serie
,ebenfalls von AsRock (Vorteil gegenüber dem oberen Board: 6 SATA Steckplätze) ~ 50 €
Natürlich kann man auch auf den Hersteller seines Vertrauens zurückgreifen, die beiden genannten Chipsätze werden schließlich von fast allen Herstellern verbaut. Allgemein gilt: Umso weniger “Schnickschnack” umso besser.
CPU:
Bei der Suche nach der richtigen CPU muss man sich zuerst einmal bewusst werden, welchen genauen Einsatzzweck der Server haben soll. Dient dieser lediglich als Datenlager, so reicht oft schon ein einfacher Singlecore (ja, die gibt es noch zu kaufen
). Trotz des Singlecores werden akzeptable Übertragungsraten erreicht.
Sobald die Aufgabe jedoch über einfache Datenbereitstellung hinausgeht, sollte man sich Gedanken über eine 2-Kern CPU machen, erst recht, wenn geplant ist, die Festplatten mit Truecrypt zu verschlüsseln. Hier wieder 2 konkrete Vorschläge:
- AMD Sempron 140
(Singlecore, 2,7 GHz) ~30 €
- AMD Athlon II X2 215
(Dualcore, 2x 2,7 GHz) ~ 50 €
- AMD AM3 Athlon II X2 235e
(Dualcore, 2x 2,7 GHz) ~ 60 €
Der Vorteil der letzten CPU ist, dass die CPU eine TPD von 45 W hat, was heißt, dass sie schon von Haus aus recht sparsam ist. Dieser Effekt lässt sich jedoch auch duch manuelles heruntertakten & senken der Spannung der anderen CPU erreichen. Dazu später mehr.
Arbeitsspeicher:
Beim Arbeitsspeicher kann man eigentlich keinen großen Fehler machen, wichtig ist ausschließlich die Regel, je weniger Module desto besser. Im Normalfall reicht hier ein einfaches 2 GB Modul eines beliebigen Herstellers. (z.B.:Kingston 2GB DDR2 PC2-6400 800MHz CL6, ~40 €)
Netzteil:
Das Netzteil ist der wichtigste Part im Homeserver, sofern man Strom sparen will. Hier ist auf eine möglichst hohe Effizienz (>80%) bei geringer Leistungsaufnahme zu achten. Drei Netzteil die besonders gerne in Homeserver verwendet werde und absolut zu empfehlen sind, sind:
- Enermax PRO82+ mit 385W
~ 60 €
- BeQuiet Pure Power L7 300 W
~ 30 €
- Seasonic S12II-330 Bronze 330 W
~ 50 €
Alle Netzteile haben ausreichend Leistung und nehmen sich nicht viel. Auch die Lautstärke ist bei allen drei ähnlich.
Festplatten:
Die Festplatten gehören natürlich ebendalls zum Kernstück eines jeden Fileservers. Hier ist die Auswahl jedoch einfach und leicht zu überschauen. Prinzipiell ist es Geschmackssache, ob man zur Green Serie von Western Digital oder zur EcoGreen Serie
von Samsung greift. Sowohl von der Geschwindigkeit, dem Stromverbrauch wie auch der Lautstärke, nehmen sich die Modell nicht viel. Aus Preisgründen rate ich zu den 1,5 TB Modellen der jeweilige Serie. Wer seinen Homeserver für die Zukunft (und noch größere Datenmengen) fit machen will, kann jedoch auch gleich auf die 2 TB Modelle setzen. Dies würde im Augenblick Mehrkosten von rund 25-30 € je TB ausmachen.
Als Systemplatte empfiehlt sich eine kleine 2,5″ Festplatte mit z.B. 160GB. Hier lassen sich auch nochmal Stromkosten sparen, da sich im IDLE Zustand die restlichen Storage HDD’s schlafen legen können und nur die recht sparsame 2,5″ Festplatte läuft.
Gehäuse:
Als günstiges Standardgehäuse empfiehlt sich das Rebel 9 von Sharkoon (~ 35 €). Hier hat man Hilfe von HDD Expansion Kits (z.B.: Lian Li EX-34NB
, ~25 € für 4 HDDs) bis zu 12 Festplatten (!) in ein Gehäuse bauen. Platzsorgen muss man sich also vorerst keine mehr machen.
Stromverbrauch:
Der Stromverbauch lässt sich natürlich im voraus nur sehr schwer abschätzen. Jedoch dürfte sich das hier vorgeschlagene System mit 2 Datenplaten und einer Systemfestplatte bei 35-50 Watt bewegen (IDLE), je nachdem auf welches Mainboard und welche CPU man setzt.
Senken lässt sich der Stromverbrauch durch deaktiveren von nicht benötigen Funktionen des Mainboards im BIOS und durch untertakten / untervolten der CPU. Hierzu bietet sich unter Windows das Tool CrystalCPUID an. Hierzu erscheint in kürze ein weiteres Tutorial.
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Danke für die schöne Zusammmenfassung.
Lässte sich der Unterschied im Stromverbrauch zwischen N68-Serie und A780-Serie irgendwie in Zahlen ausdrücken? Mir würde ein A780GM-LE/128M wegen der weiteren USB/SATA Ports besser gefallenn
Genaue zahlen habe ich leider keine, allerdings dürfte der Mehrverbrauch unter 5 Watt liegen.
grüße
h4wk
Lustig, einen ähnlichen Aufbau habe ich für meinen FreeNAS server gewählt:
https://sourceforge.net/apps/phpbb/freenas/viewtopic.php?f=93&t=5198.
Mein Stromverbrauch liegt dabei idle ca. 45 Watt bei 7 Platten.